Nicht Stehen können

Ich konnte nie gut stehen, ich habe mich stets angelehnt, abgestützt, ich sass mitten in der Stadt auf den Boden. Bekanntlich beherrsche ich die Kunst des vom Boden Aufzustehen in freiem Gelände. Diese Fertigkeit trainiere ich täglich.

Alte Leute fallen um, brechen sich z. B. den Oberschenkelhals und bleiben tagelang in ihrer Wohnung liegen. Das will ich nicht erleben müssen. Selbst mit einem Bruch muss ich ein Tel. erreichen können und die Ambulanz rufen.

Wer hilflos ist, der wird nach dem Spital nahtlos in eine Institution umgesiedelt. Das ist dann ein lebenslängliches Urteil. Für mich will ich das nicht.

Also nicht Stehen können: Normalerweise bauen sich Muskeln auf, wenn ein Mensch Bewegungen übt. Ich stricke und ich bekomme Strickmuskeln. Ich stehe und kein Muskelaufbau findt statt, ich bekomme ganz rasch unerträgliche Schmerzen, die Verdauung setzt aus. Gehorche ich meinem Körper nicht, endet die körperliche Dauerüberforderung in einem funktionalen Darmverschluss.

Ich weiss, warum ich viel sitze und untertags auch Liegephasen in meinen Alltag einbaue. Schlafen, dazu zwinge ich mich nicht, aber die Beine hochlegen, das ist mir ein Anliegen.

Ich höre mich oft sagen, dass es dreissig Sekunden daure. Ich vermute, das könnte ungefähr die Zeitspanne sein, die ich stehend noch knäppstens aushalte. Also stehende Arbeiten dürfen nie länger als 30 Sekunden dauern, dann müssen sie abgebrochen und neu aufgegleist werden.

Wie sagt man so schön: Ein Berg hat eine Maus geboren! – Es könnte auch umgekehrt sein. 🙂

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