Festliche Eindrücke

Gestern war das Fest, im Du Theatre, in der Grandsociete Bern. Ich pflege mich so gut es geht, vorzubereiten. Was mir nicht bewusst war, wie hermetisch die Privaträumlichkeiten gegen den Lift abgesperrt sind. Wir sind fast nach Hause gegangen, mussten mich durch die Küche(!) rollen.

Dann das Aperogeplänkel. Ich habe peinlichst genau darauf geachtet, dass meine IV-Assistenz per Sie angesprochen wird. Nicht wegen irgendwelchen harmlosen Menschen, sondern wegen meinen GegnerInnen. Sie sind dann auch alle herangeschlichen und wollten Courant normal zelebrieren. Einem bin ich mit meinem Dreirad schlicht davongefahren, meine kleine Schwester habe ich gesiezt und ihrem Ehemann, der mich betatschen wollte, habe ich gesagt: Rühr mich nicht an. – Mehr von der Sorte hatte es nicht, nur drei. Es sind wenige, es ist eine verschwindend kleine Minderheit, die sich zufällig in meinem Leben viel zu gross aufgeplustert hat.

Wenn ich denen die Luft rauslasse, wie der Volksmund sagt, dann ist sofort Schluss mit lustig und ebenso sofort kehrt Ruhe ein.

Wir waren am welschen Tisch, was für mich anstrengend war, weil mir Franz. wirklich nicht liegt, ich in franz. Gebiet ausgiebigstens campen müsste, um mein „ici fondeval“ in die Neuzeit zu katapultieren. Allein Spanisch interessiert mich viel mehr.

Die Menschen, Welsche, sind sehr nett im Umgang, easy going, wie die Amis sagen würden. Natürlich wurde mein Baumstamm abgefragt. Der Stammbaum, wessen Tochter bist du, wer sind deine Geschwister, das ist die Eintrittskarte. Für mich natürlich ätzend, weil BEIDE Schwestern zwar Geld aber KEINE Visitenkarte repräsentieren. Also grenze ich mich ab, ich bin die Tochter des Bernhard v. Graffenried. Er repräsentiert viele soziale Werke. Das war seinen unzähligen Todesanzeigen zu entnehmen. Wie ich mich bette, so liege ich!

Dann kam diese ganz, ganz traurige Begegnung auf dem Klo: Jmd. erzählt mir sein neustes Schicksal und ich erschaudere innerlich, tröste und helfe, so gut das en passant überhaupt geht. In 30 Sek. kann ich kein Schwerstschicksal umdrehen. Gut, wir haben eine kleine Vorgeschichte, ich knüpfe in der Vergangenheit rasch an, ein schüchternes Lächeln, was bin ich froh, dass ich nie übers Wetter plänkle. Menschen haben echtere, tiefere, ehrlichere Bedürfnisse. Fertig Klo, raus, die Schlacht am Dessertbuffet und dann bin ich nur noch müde und HUNGRIG.

Handwerkermarkt, es ist der erste Samstag im Monat. Ich kaufe mir einen hübschen Ring, dort wo ich immer Silberschmuck kaufe. Essen, ich verputze fast eine ganze Portion Spaghetti. Mir ist kalt, ich will mit dem Taxi nach hause. Die IV-Assistenz auch. Sie ist müde. Was wir beide übersehen, sie nimmt meinen Wohnungsschlüssel mit.

Ja und dann habe ich fast geschrien, total erschöpft, ohne Wohnungsschlüssel, die Reception wegen WE geschlossen und das Servicepersonal zwar zuständig, aber nur frech.

Irgendwann, irgendwann bin ich zu müde um Contenance bewahren zu können, weil ich nur noch müde bin, unwohl, kalt habe und sowieso FERIENREIF. Geschlafen habe ich ca. um 17.30 Uhr. Das zeigt ganz klar das Riesenausmass meiner elementaren Erschöpfung, ich schlafe zu früh abends ein und bin dann um Mitternacht ziemlich ausgeschlafen, tippe etwas, warte ein, zwei Std. um dann weiterzuschlafen bis vier oder sechs Uhr morgens.

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