Ringen um Distanz

Wie verschaffe ich mir Distanz, wenn mir Menschen elementar auf den Wecker gehen. Ein lebenslanges Ringen beginnt, wenn ich wie hier in der WG nicht ausweichen kann. Morgens, Mittags und Abends wird mehr oder weniger zusammen gegessen.

Logisch triggern mich Themen, die bei mir noch in traumatisiertem Zustand sind. Ich vermute, dass ich mich noch immer über Leistung definiere bzw. es könntedas Thema Überforderung sein. Wenn meine Leistung nicht reicht und von eineR MitbewohnerIn kritisiert wird, dann werde ich elementar grantig.

Dank meiner Bezugsperson lerne ich nun genauer hinzuhören. Kritik kann eine Grundmelodie einer Persönlichkeit sein. Wenn sie damit leben will, ist das ihre Kompetenz und ich muss NICHT anspringen. War mir vorher nicht so klar aufgefallen, dass sich die Angestellten da distanzieren.

Es wird noch dauern, aber irgendwann kann ich das auch, Schrittchen für Schrittchen. Die Zeiten, als alle andern die Füchse waren und ich der hoppelnde Hase sind zumindest hier bei der gegenwärtigen Situation der Angestellten vorbei. JedeR BewohnerIn bekommt soviel Platz wie irgendmöglich, um sich zu entfalten mit unterschiedlichsten Begabungen.

Eine unerwartete Erleichterung ist mir zugefallen. Wir sind nun zwei Plappermäulchen, ein junger Bewohner ist nach mir gekommen, teilweise teilt er meine Defizite. Also bin ich nicht, wie üblich, alleine. Von aussen sieht man ihm nichts an, wenn er zu sprechen beginnt, dann schon. Triage ist bei uns beiden ein Problem und von der Kreativität haben wir im Überfluss. Ordnung und Struktur sind untervertreten.

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