Jahresbilanz

In diesem Jahr war mein Entwicklungsweg sehr rasch und sehr weit:

  • Anfangs Jahr war ich noch voll unter der Obhut(!) durch SozialarbeiterIn, ob ich psychiatrisch versagen würde…..PZM bzw. eine analoge Institution war die aufgezogene Drohkulisse.
  • Ich habe mich um meine Traumaverarbeitung gekümmert, sehr rasch Fortschritte gemacht.
  • Die Traumaheilung musste von aussen kommen, ich selbst konnte mir alleine, trotz Sachkenntnis, nicht helfen. Ich gehe heute davon aus, dass EMDR, die rhythmische Anregung beider Gehirnhälften die Heilung angestossen hat.
  • Was ich erwartet hatte als Preis der Traumaheilung trat ein, meine Bewegungen verschlechterten sich laufend.
  • Mit DEM Ausmass der Verschlechterung hatte ich nicht gerechnet, von funktionalem Darmverschluss hatte ich bei Jahresbeginn null Ahnung.
  • Sämtliche Psychopharmakas habe ich OHNE Schulmedizin, GANZ LANGSAM abgesetzt. In den letzten Monaten des Vorjahres war es unter schulmedizin. Begleitung zu Entzugserscheinungen gekommen, die mich entsetzten, weil ich, wenn ich z.B. unansprechbar werde durch Entzugssymptome, wieder zum Psychiatrieopfer, einmal mehr würde.
  • Der Weg der Traumaverarbeitung war einerseits sehr erfreulich, andererseits enorm anstrengend: Ich fand mich nach 15 Jahren Wachkomma in einer Welt wieder, die ich in ihrer Entwicklung 15 Jahre lang verpasst hatte.
  • Der angetürmte Berg von Liegengebliebenen war überwältigend. Laufend taten sich neue Baustellen auf, immer auf dem Niveau OFFIZIALDELIKTE, Delikte an meinem Leben.
  • Irgendwann die ernüchternde Erkenntnis, dass selbst wohlwollende Menschen mir gegenüber versagen, weil alle früher oder später in die seit meiner Geburt aufgestellten, gleichen Fallen tappen: Meine CP-Defizite werden nicht für das genommen, was sie sind, eine lästige, irreversible Behinderung, mit der niemand anderes als ICH 24 Stunden pro Tag, seit nun 61 1/2 Jahren, leben muss. Das immer monierte, unerträgliche Leiden durch meine Behinderung betrifft nicht meine Mitmenschen, die können nämlich weglaufen oder -rollen, sondern genau eine Person, nämlich mich. – Ich danke Gott auf den Knieen, dass ich sehr oft an der Aufgabe scheitere, sie letztlich ohne Selbstmitleid hinnehme und gestalte gemäss dem Gelassenheitsspruch: „….hinzunehmen, was ich nicht ändern kann….“
  • Politisch ist zu fordern, dass Straftatbestände, bzw. berechtigte politische Forderungen ohne Tabus und themenorientiert anzuschauen und zu verfolgen sind. Gegenwärtig wird in der CH jedes einzelne Thema für sich genommen und einzeln abgehandelt. Bsp. Keine Eheschliessung möglich. Das trifft nicht nur die Menschen, die in diesem Jahr in den Medien waren. Das trifft auch Menschen mit BEHINDERUNGEN. Die finanziellen Gesetze sind so, dass ein Eheleben mit der finanziellen Strafe, gleichzeitig mit z.B. gezielter Verhinderung einer Hochschulausbildung, obwohl sie intelligenzmässig durchaus möglich gewesen wäre, Ehen unter Menschen mit Behinderungen faktisch unmöglich macht. Reine Einstellungssache der sog. normalen Menschen, unser Ausgeliefertsein, als Menschen seit Geburt behindert. Das Thema: Gesetzliches bzw. faktisches Eheverbot mit verminderten Rechten für eineN LebenspartnerIn sorgen zu können bis in den Tod. Kurz vor dem Tod wird es nochmals ganz schlimm in der CH. Wenn sie irgendwie kann, bringt sich die KESB ins Spiel und dann sind unbescholtene BürgerInnen faktisch entrechtet. Die KESB ist übereifrig, um sich selbst zu legitimieren. Die echten Probleme, z. B. Jugend und legale/illegale Drogen werden nur verteuert, gelöst überhaupt nicht. Das bräuchte Zivilcourage und das Durchsetzen des Gesetzes, dass vor dem Gesetz alle gleich sind. Drogen sind selbstverschuldet. Geburtsgebrechen sind für den Säugling, ohne jegliches Selbstverschulden, ihm in die Wiege gelegt worden!!! – Die gängige, verheerende Einstellung: Leben mit Behinderungen ist minder, hat deshalb mindere Menschenrechte, insbesondere nicht das Recht, seine durchaus vorhandenen Begabungen und Kompensationsbegabungen zu entfalten. Dagegen wird ein Schamkorsett aufgezogen, frei nach Ursula Egli: „Liebe im Korsett“. Die Liebe ist noch nicht befreit, etwas freier, aber nicht frei. – Schambeispiel gefällig? – Gerne: Ich konnte nie aufräumen, schon im Kinderzimmer war ich damit überfordert. Elterliche Reaktion, ich sei faul. 1. Heirat mit zwanzig, ich konnte meine Wohnung nicht putzen. Reaktion des 1. Ehemannes und der Gesellschaft: Ich sei eine schmutzige Hausfrau. Natürlich habe ich mich GESCHÄMT. Insbesondere Tochter Nr. 1 spielte dieses Schamlied für mich ekzessiv weiter. Um es kurz zu fassen: Ich hasse meine Unordnung, die daher rührt, dass ich alles, was ich brauche optisch vor Augen haben muss, um es verwenden zu können. Sehe ich etwas nicht, frage ich heute die IV-Assistenz bzw. Umzugsfirma, WO es sei. Ein Behinderungsdefizit wird, ohne alle Not, moralin-sauer mir um die Ohren geschlagen und das soll NORMAL sein. Kein Wunder möchte ich NIE NORMAL SEIN MÜSSEN! Das ist die grösste aller denkbaren Behinderungen, weil ohne den kleinsten Hauch von SELBSTREFLEXION. – Weil ich Situationskomik so liebe, stelle ich heute sehr belustigt fest: Vom Umweltschutz her betrachtet, bin ich seit Neustem eine vorbildliche Hausfrau! Mein Reinigungsmittelverbrauch hielt sich immer sehr in Grenzen. Der Umweltschutz entlarvt CH-Hausfrauen-Putzstandards als schädigend zu hoch. Längst ist bekannt, das übersaubere Kleinkinder dazu neigen Allergien zu entwickeln. – Späte Genugtuunug für elendlages Leiden. – Alles ist relativ, selbst das Selbstverständliche, der allgemeine Konsens unterliegt Modeströmungen.
  • 23. 10 19 Mit akutem Darmverschluss wurde ich nach Anweisung des neuen schulärztlichen Teams in den Notfall eingeliefert. Was ich theoretisch wusste, erlebte ich nochmals praktisch. Der schulmedizinische Notfall hat Null Ahnung von einer infantilen CP. Entsprechend wurden irrelevante Untersuchungen veranlasst, die teuer und nicht therapeutisch sind. Beim CT bin ich fast erstickt. Verkotzt per Taxi, ohne die geringste therapeutische Hilfe, sollte ich zurück in meine Wohnung. Ich bestand darauf, mich duschen und frisch anziehen zu dürfen.
  • Zurück auf Feld eins ging die Auseinandersetzung mit der Schulmeditzin und der IV wieder los um eine elektrische Gehhilfe. Die habe ich bis heute NICHT. Ich scheitere an Formularen und ich lasse mich nicht mehr verpsychiatrisieren, eine Herkulesaufgabe.
  • Irgendwann bekam ich durch Zufall meine erste IV-Assistenz, die diesen Namen verdient. Die Logistik ist mein grösstes Problemfeld. Vieles von dem, was mir unterschoben wird, sind reine Erfindungen der Mitmenschen. Ihre Einstellung ist um 180° Grad anders, ob ich amtierende Pfarrerin bin oder das, wozu mich meine Ex-Hausärztin gemacht hat.
  • Vor Gericht erster Erfolg. Sachlichkeit ist Trumpf, persönliche Beleidigungen sind irrelevant, Ausnutzerei, in dem Fall finanziell, wird beendigt. Per Gericht werde ich, auch den Rest meiner Anliegen durcharbeiten müssen, damit ich nicht zu Tode komme, sondern meine Existenzberechtigung Realität wird, auf die ich mich neu zu verlassen lerne. Lange dieses Jahr hatte ich nur Fluchtgedanken, wollte mich und mein Leben retten, nicht gestorben werden.
  • Erledigt: Neue Bankverbindung, klappt grossartig, erleichtert kann ich per E-Banking meine Rechnungen und Löhne auszahlen. Hätte ich Zeit für Freizeit und Hobbies, könnte ich per Bankverbindung sogar im Internet einkaufen. War bis vor einigen Jahren reine Selbstverständlichkeit. Durch die digitale Weiterentwicklung und mein Wachkomma war ich in der Entwicklung zurückgeblieben, ohne es zu realisieren. Ich begriff nur mein Versagen, hatte Null Ahnung an was es lag. Beim Einrichten brauchte ich x-mal HILFE. Selten bin ich mir intelligenzmässig so dumm vorgekommen. Nun benutze ich das System, das ich noch immer nicht be-griffen habe.
  • Erledigt: Zwei Neuoccasionen stehen mir als Autos zur Verfügung, meine beiden WoWas sind geborgen, beim Unterhalt bekomme ich die Hilfe, die ich brauche.
  • Erledigt: Kontakt zur Aussenwelt. Mein IV-Assistenzteam übernimmt, wenn wir alle wissen, dass ich nur scheitern werde. Welche Riesenerleichterung für mich: Man kann und darf mich NICHT MEHR VORFÜHREN. Damit wird auf lange Sicht sowas wie ein Normalalltag wieder möglich werden.
  • Erledigt: Neue hausärztliche Schulmedizin gefunden. Mein Team hilft mir auch da.

Summa summarum geht ein sehr arbeitsintensives Jahr zu Ende, wo ich doch nur meinen Ruhestand geniessen möchte. :-))))*

*ganz laut bitte.


Jona im Walfischbauch ist mir sehr vertraut geworden und nein, ich habe den Rechtsweg nicht gesucht, noch beschreite ihn freiwillig. Es muss ein grundsätzliches Bekenntnis der CH her, ob sie letztlich bereit ist, gut zu ihren BewohnerInnen zu schauen oder nur als Geldumschlagplatz dienen will:

  • Tabu Schulmedizin, diese Disziplin mit ihrer mehr als bedeutungsvollen Geschichte, kommend aus der Weisheit von AutodidaktInnen, schulmässig aus dem Orient. Dem Christentum wird sehr viel vorgeworfen zu Recht und Unrecht, dass das Christentum Krankheiten als Strafe Gottes angeschaut hat, völlig passiv war, wirkt bis heute nach. Es ist anders, aber nicht besser geworden. Das ist die Spitze des Eisberges, der Rest ist verschwiegene, logische Folge. Die Korrekturen sind kosmetisch, wie in den christlichen Kirchen laufen der Schulmedizin in grossen Scharen die „Gläubigen“ weg. Gross ändern tut sie nichts. Kenne ich bestens von meiner Kirche. Nicht der Mensch ist im Mittelpunkt, sondern die Ideologie auch bei der Schulmedizin, völlig veraltet, ebenso unbrauchbar. Beide bewirtschaften die menschliche Angst. Die war schon immer eine gute Geldmaschine.

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