Immer wieder sonntags…

… Kommen im SRF die relativ interessanteren Sendungen.

So auch heute z.B. Südostschweiz Standpunkte. Thema: „Wir schämen uns weiter….“

Jetzt fühlen sich viele sämtlichen Kirchen, Religionen sowas von überlegen …..und schämen sich weiter.

Warum hat die sog. aufgeklärte Menschheit nicht gelernt aus den Fehlern der Vergangenheit?

Ein Zahn muss ich dieser Runde ziehen: Sie monieren, dass die Empathie im digitalen Mediengebrauch gefallen ist, im direkten Personenkontakt angeblich noch nicht.

Setzt euch in einen Rolli, seid so oder anders behindert und ihr werdet eines Bessern und Schlechtern belehrt. Es gibt sich die spontane, respektvolle Hilfe. Als Rollifahrerin stehe ich sehr viel häufiger im Schilf als als Fussgängerin.

Aber es gibt auch die totale Schamlosigkeit: Während ich zwischen Zwiebeln und Knoblauch Gemüse im Grossverteiler suchen, werde ich völlig unvorbereitet, völlig kontextlos belehrt, dass Rollifahren MÜSSEN das Schlimmste aller denkbaren Schicksale sei.

Meiner Meinung nach haben zu viele Menschen in der CH den Kontakt zu sich selbst verloren. Natürlich fehlt vordergründig nicht die fehlende Scham, aber das Diktat hat doch die überbordende Angst.

Ich muss keine Umwelt retten, zuerst ein Mensch sich kennen lernen, sich retten und dann wird sehr vieles, was angeboten wird, irrelevant und ist deshalb KEIN Verzicht. Ich habe noch nie auf das verzichtet, was ich nie wollte.

Mein Glück bin ich, das reicht. Ich muss nicht dieses und jenes und noch mehr dazu HABEN. Ich kann auswählen, ich kann mich auf das, was mir wichtig ist, beschränken. Alles, was ich dann nicht HABE, kann ich als Gewinn anschauen. Nichts ist in solch einem Ausmass in meiner Kompetenz wie meine Einstellung. Weg von all diesen Fachleuten. Wer sich bilden will, kann sehr einfach googeln. Das Wissen* ist da, all überall verfügbar.

Ich habe Menschen kennen gelernt, die aus sich selbst heraus wussten, die einen untrüglichen Instink hatten und haben. Wissen, pro und conta, hilft für eine Diskussion, die heute völlig irrelevant ist, weil fast jede Diskussion will nicht Fakten gegeneinander abwägen bzw. aufwiegen, sondern, dass sich das Gegenüber schlecht(er) FÜHLT.

Je fester ich verwurzelt bin in mir selbst, desto flexibler kann ich mich trotz Behinderung mit Steifheit, beugen wie das berühmte Schilfrohr, das sich beugt und genau deshalb NICHT bricht.

*Vielleicht ist gerade dieses Wissen so überfordernd: Als die Menschen nicht lesen noch schreiben konnten, waren diese Fähigkeiten das Ziel. Heute erscheint es relativ einfach, solche Fähigkeiten zu erlernen. Was aber, wenn die Aufgabe wäre Wissen zu ordnen, die dahinterstehenden Ideologien zu erkennen und dann ENTSCHEIDEN zu dürfen bzw. zu MÜSSEN? Was, wenn die Lektionen wäre mit VORLÄUFIGEN Wahrheiten leben zu lernen und ganz vielen, nicht zu beantwortenden FRAGEN?

Wenn Schamlosigkeit die Ursache wäre, dann wäre Knigge die Antwort. Ich denke, die Probleme liegen wesentlich tiefer: Der Mensch bzw. zu viele Menschen haben sich selbst nicht kennen gelernt.

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