Selbstreflexion, ein Leben lang

Früh muss meine Selbstreflexion angefangen haben. Früh muss ich instinktiv, später teilbewusst begriffen haben, dass ich anders bin.

Vordergründig war das einfach mit der Medizin der 60er Jahre: Meine Bewegungen stimmten nicht, sie waren nicht ortho. Heute wird das geleugnet. Nicht nur ich, auch andere meiner Generation dachten, wenn wir fleissig üben, ganz tapfer sind und Orthobewegungen können, dann tun wir nicht nur ortho, sondern SIND ORTHO. Wir haben an dem Zieltag ORTHO unsere Behinderung abgelegt, bzw. überwunden.

Scheinbar ortho geworden war ich mit 9 Jahren. Auf den Skieern hatte ich den Silbertest bestanden im gleichen Alter wie meine Orthoschwester. Ähm…..der Jubel war kurz, der beschwerliche Alltag blieb.

Ortho war Gymnasium, ortho war das Geplänkel Mann-Frau, nicht ortho war die Auswahl des Ehemannes.

Karenzzeit, Studienexamen, Ausbildungen hüben und drüben, Nicht-Infragestellung des behaupteten Notwendigen.

Ich las theologischen Feminismus, ich begriff ihn, mit meinem Alltag hatte er nichts zu tun, ich lief völlig nach Plan.

Was kommen musste kam, ein Urknall. Etwas verschreckt und aufgewacht, begann ich mich selbst etwas ernster zu nehmen, Theorie und Praxis solltn besser übereinstimmen. Dunkel begriff ich, es geht um die Werte.

Meine älteren Pfarrkollegen brachen schon beim ersten Wort in eine Predigt aus, „Deformation professionell“ begriff ich. Ich hörte Gemeindeglieder bei schlechten, langweiligen Predigten Dank heucheln, noch sass ich meistens in der Kirchenbank.

Ich begriff, dass ich mir, einmal ins Amt gekommen zumindest einen Hofnarr bzw. ehrlichen Kritiker organisieren müsste, um Echtheit von Heuchelei unterscheiden zu können.

Nie wollte ich langweilig predigen, klar waren die Bedingungen längst veraltet, ich sah mich voll naiv anfänglich in einer Erneuerungsbewegung, die nie kam, die Kirchen werden leerer und leerer, irgendwann haben sie sich selbst überlebt.

Dann kam das Schicksalsjahr 2004 und ich geriet in die Fänge der falschen Schulmedizin, ich durchschaute nicht, ich habe über ein Jahrzehnt lang geglaubt. Dabei ist unter den MedizinerInnen genau das Gleiche wie unter der chritlichen Kirche: Die Dogmen sind längst überholt und grundsätzlich zu veraltet, als dass sie zukunftstauglich sind. Die Kirchen werden an die Wand gefahren, die Schulmedizin kann das auch, wesentlich teurer und wesentlich verheerender, die Kirchen reiben sich die Augen, als Waisenknaben.

Und jetzt ist Erntezeit dessen, was ich gesät habe. Es ist mein Leben, es ist mein Tempo, es ist meine Selbstreflexion.

Es wird nach meiner Einschätzung noch Jahrzehnte, falls nicht viel länger dauern, bis die Menschen ihre Endlichkeit begreifen und angstfrei davor werden. Solange Menschen sich nicht darin begreifen und akzeptieren können, treibt das Unwesen „Bewirtschaftung der menschlichen Angst“ immer abstrusere Finanzvernichtungsblüten. Wogegen die Reformation kirchlich aufgestanden sind und zwar erfolgreich, da treibt die Schulmedizin völlig ungehemmt Vernichtung von immensen Finanzen, nicht nur privat, Versicherungen und staatlich. Der Gewinn ist viel zu oft gar keiner für die PatientInnen. Die dummen menschlichen Versuchskanninchen bezahlen freiwillig, menschliche Angst sei Undank.

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