Two wrongs don`t make a right

Schwierig, schwierig. Wo fängt die Meinungsfreiheit an, wo hört sie auf.

Biblisch wäre es relativ einfach: Mache, tue, lasse deinen Nächsten nicht erleben, was du nicht selbst erleben, erleiden willst.

Wäre meiner Meinung nach ein ziemlich guter Massstab.

Klappt gegenwärtig gesellschaftlich in der CH überhaupt nicht. Irgendwie scheint Gewaltfreiheit ein Thema zu sein. Schaut einfach all die Gewalt auf der gesamten Erde an und dann macht es sehr viel Sinn, in der Kindererziehung Gewaltfreiheit zu proklamieren. Ich Deppin dachte, als ich Kinder erzog schlagen sei gesetzlich in der CH längst verboten. Ich muss da irgendwas falsch verstanden haben.

Mit Dreikäsehochs über alles und jedes zu diskutieren brachte es auch nicht. Zutexten versus Schläge keine echte Alternative. Ab und zu gab ich raus bei meinen Kindern: „Weil ich es so will.“ Da war Ende der Diskussion, nicht weil mir die Begründungen fehlten, oft aber die Zeit und Energie.

Würde ich heute Kleine erziehen, würde ich wesentlich strenger sein. Nach der Traumaverarbeitung sicher nicht aller Traumatas, aber doch so vieler, dass ich jetzt beständig gleich aktiv sein kann zumindest mit meinen Gedanken, während ich meine wenigen Schritte immer gekonnter zähle: Immerhin 14 Tage ohne grössere Darmprobleme, das Kerlchen arbeitet schön brav, wenn ich wenige Schritte mache, v. a. nur in meiner Wohnung, was meine optische Wahrnehmung sehr entlastet. Der aufrechte Gang muss was damit zu tun haben. Noch kenne ich den Zusammenhang zu wenig. Ob es was mit der Überstreckung durch die CP zu tun hat? Meine Rückenmuskulatur hat sich immer verkrampft.

Wenn ich sitze ist der Rücken-halt-ihn-aufrecht-Stress massiv reduziert. Auf glatten Flächen kann ich einigermassen füsseln im Handrolli und komme vorwärts. Natürlich gäbe es irgendwo, irgendwie Handrollis für Hemis. Nun, die IV hat es nicht eilig. Seit Mitte Juli warte ich nur. Wäre ich medieninteressiert, der Blick hatte gerade eine Serie.

Meinungsfreiheit scheint eher die Freiheit zu bedeuten Unrecht zu tun, andere nicht zu erfreuen, sondern so viel zu übervorteilen, bis selbst mir die Geduld ausgeht:

Interessant, wie die kleinen Probleme einen irren Aufwand benötigen, um gelöst zu werden: Während wenige 1000.- SFr. der Lösung zugeführt werden, wären selbst finanzielle Ansprüche durch strafbare Handlungen wesentlich höher.

Das ist wohl der Witz des Unrechts: Einige kleinere Ungerechtigkeiten beschäftigen voll und verdecken damit den Blick fürs Ganze. Statt dass ein Strafverfahren, Offizialdelikte zuerst, dann Antragsdelikte kommt, soll ich von Pontius zu Pilatus rollen.

Irre, völlig untauglich für Menschen mit Behinderungen, die immerhin 15% der Menschheit ausmachen. Kein Wunder liest frau über unterschiedlichste Gerechtigkeit täglich aber kaum je über diese 15% oder dann nur verkitscht: Ach die armen Tröpfchen, sooooo ungerecht, immer sind sie fröhlich. Eine Behinderung ist für Orthos das Gratisbillette für stets gute Laune, Tapferkeit…. einfach all die guten Eigenschaften, die so gern projizirt werden.

Noch nie hätte ich sehen können, wie eine Behinderung aus einem Halunken einen braven Bürger machen würde: Menschen mit Behinderungen haben keine Eselsköpfe sondern menschliche und deshalb Anteil an allen wunderbaren und weniger bewundernswerten menschlichen Eigenschaften. Gut gelaunt oder schlecht aufgestanden haben sie elementare menschliche Bedürfnisse, einfach so, ohne heroische Vorleistung.

Warum sitzen Orthos bzw. NTs immer diesen Klischees auf? Meine Antwort ist, weil sie Null, echt überhaupt keine Ahnung haben, was Behinderungen bedeuten und ständig ihre Ängste auf Menschen mit Behinderungen projizieren, um sie dann gleich selbst abzuwehren, in dem Menschen mit Behinderungen auf den Sockel gestellt werden.

Dagegen: Es ist viel schlimmer, als ihr je denkt und ihr, die Gegenmenschen seid das Schlimmste daran.

Es ist wesentlich weniger schlimm, als ihr denkt, eure Schwarzmalerei ist den fehlenden Farben in eurem Malkasten zuzuschreiben überhaupt nicht unseren Behinderungen.

Die Freuden liegen anderswo, auch wir haben unsere Stärken, die wir lieben, in denen wir NTs weit überlegen sind. Unsere Schwierigkeiten liegen meistens nicht da, wo sie vermutet werden und sind nicht so arg, wie sie bei einem ersten Kontakt erscheinen mögen.

Nicht einmal sitzend kann ich ALLEN meinen Interessen nachgehen, ich kann auswählen, muss bzw. will mich beschränken. Roosewelt hat sitzend die USA präsidiert. Auf öffentliche Ämter verzichte ich liebend gerne, Pfaramt war mir genug der Öffentlichkeit.

Aber eine andere Perspektive, die behalte ich. Meine Sichtweise als Korrektur der allg. Fehlleistungen immer doch. Frau kann darüber diskutieren, verstummen tue ich erst am Schluss oder durch vorgängige Krankheit, wie ich immer verstummte, wenn mich die Schulmedizin stumm geschlagen hat. Das ist passe. Schulmedizin wird mich nie mehr stumm machen aus Raffgier und dem ihr von mir unterstelltem Sadismus. Ohne Sadismus kann ich mir das Gebahren von vielen SchulmedizinerInnen* nicht erklären. Sie dürfen das. Ich dürfte solchen Sadismus nie.

Freie Meinungsäusserung ja, aber sie bedarf der Ethik**. Irgendwo muss es Grenzen geben und Kontrollen. Was die CH anbietet, überzeugt mich momentan überhaupt nicht.

*Meine Ex-Hausärztin ist da ein sehr anschauliches Beispiel. Ich erzählte ihr alle meine Symptome. Sie spielte Empathie, überhörte geflissentlich all das, was ihre falsche Diagnose hätte KORRIGIEREN MÜSSEN. Sie empfahl mir immer indirekt Selbstmitleid: Meine Depressionen seien endogen. Hätte sie in 15 Jahren nur einmal die im Internet verfügbaren Infos der Vereinigung Cerebral gelesen, hätte sie realisieren MÜSSEN, dass ich jeweils nach Höchstleistungen zusammenbrach – Den Hochmut teilt sie mit all den andern Menschen, die nur zu willig nachgeplappert haben, was sie vorbetete. – Mir gegenüber hatte sie immer ihre Unterschiede gegenüber der Bernburgerei betont. Ehrlich wäre gewesen, wenn sie offen gelegt hätte, dass es sie nicht wirklich interessiert, was ich habe und wie es mir geht, dass sie aber sehr gern chronische PatientInnen als solche finanziell ausnimmt. In der Zeit hatte ich das Gefühl, ich sei ein Weichei. Man unterhielt sich nie über die wesentlichen Belastungen. Nebenthemen wurden in den vermentlichen Mittelpunkt gerückt: Es musste nicht ein einziges Mal darüber gesprochen werden, ob es für mich bekömmlich war zu gehen und nicht zu rollen. Ich ging, das wurde selbstverständlich verlangt von mir. Immer wenn ich zaghaft einwandte meine CP sei mein Hauptproblem wurde ich korrigiert: Psychiatrie, Psychiatrie sie hat sich wohl gedacht bis zu meinem Lebensende. Noch konnte ich nicht formulieren, wie falsch diese Diagnose war, aber ich spürte es immer. – Das bedaure ich an mir: Ich kann lange, viel zu lange nicht formulieren, was ich sofort, blitzartig gefühlsmässig einordnen kann.

Ich ziehe heute viel schneller einen Schlussstrich unabhängig davon, ob ich eine rationale Erklärung formulieren kann. Meine Gefühle hatten immer Recht. Ich kann ihnen zu Recht verhelfen.

2005 hatte ich genau ein Jahr lang meine jüngere Tochter, damals Schulverweigererin, rund um die Uhr 7 Tage die Woche gepflegt. Höchstleistung, was sonst?! Dann, als sie über den Berg war, als ich ihr den Weg zur Matur via Privatschule geebnet rsp. organisiert hatte, brach ich KÖRPERLICH ZUSAMMEN. Die Arztberichte aus der Zeit kringeln und würmeln sich in den erfindungsreichsten Erklärungen resp. Projektionen, warum NTs in meiner Lage zusammengebrochen wären.

Logisch produziere ich genau die Infos als Patientin, die der bzw. die jeweilige ÄrztIn hören will und weiterverarbeitet. Wie als Kleinkind, das irgendwann in der Physio nicht mehr schrie, verstummte ich hier auch, weil die Gesprächstherapie kein Problem löste, mir aber ständig empfahl mein Gedeihen und Verderben nicht von mir, aber von fremden Wünschen an meine Person abhängig zu machen, mir meine sprachlichen Formulierungen auseinanderzupfte, in meine Privatsphäre reinpfuschte. Hätte im entferntesten eine Ahnung bestanden, wie traumatisierte Menschen sich verhalten…..traumatisiert, in einer Heile-Welt-Christenheit löst doch der Herr Jesus solche Nichtigkeiten!!! Klar doch, wie auch Beinbrüche und andere Kleinigkeiten, z. B. Vitamin D Mangel! Eine Ärztin, die nicht einmal sich selbst kennt, kann was genau heilen?, frage ich mich heute. An einen deus ex machina habe ich noch nie geglaubt.

Erst durch die Traumatherapie entscheide ich schulmedizin. autonom: Das ja, nein danke, das gewiss nicht. Immer geht es um die Bewirtschaftung meiner Angst. Das ist menschlich, allzumenschlich. Jetzt da ich das Spiel durchschaue, sage ich immer öfters: Nein danke.

**christliche Ethik reicht nicht, sog. vernünftige Ethik auch nicht, sie müsste universell sein, aufhören Menschen gegen Menschen auszuspielen, inklusiv und nicht nur integrativ. – Wer sich auch als Staat seiner Identität sicher wäre, der könnte Gelassenheit an den Tag legen.

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