Nachruf wie?

Quelle: https://paediatrica.swiss-paediatrics.org/nachruf-dr-med-dr-hc-elsbeth-koeng/

Nachruf Dr. med. Dr. hc Elsbeth Köng

Maja SteinlinOnline publiziert am:
6. Mai 2019 Maja Steinlin

Am 8. April in diesem Frühling 2019 ist Dr. med. Dr. h.c. Elsbeth Köng kurz vor ihrem 98. Geburtstag verstorben. Ich durfte diese ausserordentliche Frau und Ärztin erst lange nach ihrer Pensionierung in den späten neunziger Jahren kennenlernen – aber mit ihrer Lebhaftigkeit und Begeisterung hat mir Elsbeth noch so viel über ihre Erlebnisse als Kinderärztin erzählt, dass ich fast meine, das alles miterlebt zu haben.

Elsbeth Köng ist kurz nach dem 1. Weltkrieg als einziges Kind ihrer Eltern in Hinwil geboren. Voller Liebe erzählte sie von ihren Eltern, ihrer Jugendzeit in Hinwil und wie ihr Vater schon früh ihre Liebe zu den Bergen geweckt hatte.  

Aber noch dankbarer war sie ihren Eltern, dass sie sich den Traum eines Medizinstudiums erlauben durfte – das war zu diesen Zeiten für junge Frauen keine Selbstverständlichkeit. Mit viel Engagement und Freude am Beruf hat sie ihre Assistenzzeit bei Guido Fanconi durchlaufen – Professor Fanconi hat sie wohl gefordert, aber auch gefördert. Von ihm erhielt sie den Auftrag für die Schweizer Kinder mit Cerebralparese und damals auch die vielen von Poliomyelitis Betroffenen zu sorgen. Elsbeth hat diese Herausforderung angenommen, aber auch von Guido Fanconi erreicht, dass sie einen Auslandaufenthalt bei dem Ehepaar Bobath in London absolvieren durfte. Die Bobaths hatten gerade begonnen eine spezielle Therapie für Erwachsene nach Hirnschädigung zu propagieren. Elsbeth hat erkannt, dass das für ihre Kinder nicht so anders sein kann. Zurück aus England ist Elsbeth als junge Kinderärztin mit ihrem Auto quer durch die Schweiz gefahren. Sie hat an den verschiedensten Orten wie Sion, Lausanne, Fribourg, Biel, Bern, Luzern und Zürich als «Wanderdoktor» – wie sie zu sagen pflegte – Zentren für das Kind mit Cerebralparese aufgebaut. Sie hat aber nicht nur mit viel Einsatz den Kindern und ihren Eltern geholfen den erschwerten Alltag zu meistern, sie hat ihr Können auch weitergegeben, hat Ärzte und Therapeuten ausgebildet. So konnte sie nach und nach die verschiedenen Stätten ihres Wirkens vertrauensvoll in die Hände ihrer Schüler geben: «Am Schluss habe ich nur niemanden für Bern gefunden, da bin ich hiergeblieben und habe diese Aufgabe selbst übernommen.» Das CP Zentrum Bern hat sie bis zu ihrer Pensionierung mit viel Enthusiasmus und Einsatz geführt. Es war auch hier in Bern, wohin eine englische Physiotherapeutin zum Erfahrungsaustausch kam. Elsbeth konnte sie wohl so sehr von ihrer Arbeit begeistern, dass auch Mary Quinton zeitlebens in Bern blieb.

Zu zweit haben sich diese beiden Frauen für die Kinder mit Cerebralparesen eingesetzt; vor Ort im Alltag, aber auch bei unzähligen Reisen ins Ausland, um Kurse zu geben und Vorträge zu halten. Sie haben wohl mit ihrer überzeugenden Art viele Ärzte und Therapeuten stimuliert, sich für diese Therapie möglichst früh im Säuglingsalter einzusetzen. Die Frühtherapie nach Bobath (später NDT Therapie) ist wohl auch dank Elsbeth Köng zur Selbstverständlichkeit in der Betreuung dieser Kinder geworden. Sie hat aber auch realisiert, dass die kurzen Therapiestunden nicht genügten. Sie hat Eltern angelehrt, hat Skikurse und vieles mehr organisiert und aktiv mitgestaltet. Jede Idee, die ihr zugetragen wurde und von der sie sich Hilfe für diese Kinder erhoffte, wurde aufgegriffen, umgesetzt und möglichst breit gestreute Angebote wurden realisiert.

Bei allem Erfolg blieb Elsbeth eine bescheidene Person, die Sache und das Ziel waren ihr immer wichtiger als ihre eigene Person. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Ehrendoktor der Universität Bern, dem goldenen Schlüssel der Universität von Chicago sowie dem Preis der Stiftung Cerebral honoriert.

Elsbeth Köng war eine Pionierin ihrer Zeit – ihre Tatkraft und ihre Begeisterung hat sie so manchem mitgegeben. So lebt Elsbeth weiter mit uns.   

Gedenkfeier: Montag, 3. Juni 2019, 14.30 Uhr Ref. Kirche Muri/BEAutor/Autorin
Prof. Dr. med. Maja Steinlin, Neuropädiatrie, Entwicklung, Rehabilitation / Universitätskinderklinik Inselspital BernKorrespondenzangabenmaja.steinlin@insel.ch

Soweit ein Nachruf auf die Kinderärztin, die auch mich behandelt hat in den 60er Jahren. Alles stimmt, aber es fehlt etwas sehr Entscheidendes: Diese Medizin ging von einem mechanischen Menschenbild aus.Diese Mechanik, hauptsächlich die Bewegungen wurden korrigiert und genau diese unerschütterliche Begeisterung vergass, dass Kleinkinder keinen Sicherheitsschalter haben, der bei Überforderung dieses Maschienchen stoppt.

Auc haben Kinder im Unterschied zu Maschinen theologisch und gezielt theologisch formuliert SEELEN. ich kenne nicht eineN CP, in meinem Alter, 10 bis 20 Jahre jünger und älter über den Tod hinaus, etliche sind schon gestorben, die nicht mit einer handfesten Traumatisierung zu kämpfen hätten.

Keinem von uns haben die ÄrztInnen verraten, das dr Preis für schöne Bewegungen genauso hoch ist. Wir wurden nie gefragt, ob eine Bewegung diesen hohen Preis wert war.

Also zu der Zeit, in den 60 Jahren war es innovativ, die Bobathmethode in die Schweiz zu bringen. Wie alles andere aus der Zeit, sollte es längst überholt und viel besser gemacht werden.

Wird es nicht. Die heutige Medizin ist viel schlimmer, sie traumatisiert noch schlimmer als durch Bobath in der Psychiatrie, weil sie das Sammelbecken für Fehldiagnosen ist. Ein Viertel meines bisherigen Lebens wurde mir dadurch gestohlen.

Wetten, dass ich das zur Strafanzeige bringe?!

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