Dienstleistungen einkaufen bzw. organisieren

Gestern hat mir meine IV-Assistentin in zwei für mich wichtigen Sektoren geholfen:

Die Abstimmungen stehen am Sonntag bevor, ich hatte kein Abstimmungsmaterial erhalten, was ich von 2017 und 2018 bestens kenne, die Gesetze dazu nicht, deshalb habe ich relativ spät erst reagiert, ich habe immer auf die Postnachsendung gewartet, war zwei Wochen in den Ferien, bin eh überfordert, obwohl die Umzugsfirma meine momentane Wohnung genial bestückt hat in der Küche mit all dem Küchenkram, mein halbest Bett sauber aufgestellt, der alte Kleiderschrank läuft zu meinem Erstaunen ohne Knarren, bewegungstechnische Hindernisse überwunden, die Vorschläge wo, ich was finden kann, um mir eine normale Kleidung zus.zustellen nur super. Wo meine Unordnung stets begonnen hat, hat die Umzugsfirma Strukturvorschläge und zwar Gute reingebracht.

So kann ich von ihrer Arbeit profitieren, meine Bewegungen auf ihrer Vorstruktur organisieren. Hätte ich diese Arbeit nicht eingekauft, die ich behinderungsbedingt elementar benötige, wäre ich körperlich noch überforderter gewesen, die Reaktion des CH-Staates ist zumindest mir bekannt und nüchtern betrachtet ein Offizialdelikt, bzw. mehrere davon, Juristin bin ich nicht. Klar wird das Recht in verschiedene Spezialgebiete unterteilt, ich reagiere biblisch, mehr ethisch als juristisch, was nicht die Intention von Gesetzen ist, jedenfalls nicht primär. Die Gesellschaft soll so organisiert werden, dass sie möglichst reibungslos läuft, deshalb wohl auch die täterInnenorientiertheit. Die Opfer sind egal, die Kosten viel wichtiger, wer arbeiten kann und darf, liegt dem Staat nicht auf den Steuern. Hotel Gefängnis ist sehr teuer, teilweise teurer als ein Spitalbett, je nach Setting.

Gut, abstimmen können stand auf der Traktandenliste und gemeinsam haben wir es geschafft, gemäss CH-Gesetze, dass ich nicht leer ausging, was mich seit Mai 2017 nur ärgert, sondern dass ich abstimmen konnte und erstmalig sicher sein kann, dass ich weder einen Bewegungs- noch Buchstabierungsfehler eingeflochten habe mit meinen Hirnverletzungen. Politisch bin ich in einer Partei und eh für Frauen, gegen das Patriarchat. Nach der mehrfachen Lektüre der Frauengeschichte Europas habe ich gelernt, dass Frauen selbst für ihre Rechte einstehen müssen, freiwillig verzichtet praktisch niemand auf die Macht die er zufällig bzw. zu Recht hat. Entlarvend waren die 68 Jahren, da habe ich, typisch Frau gedacht, sei ein Fortschritt gekommen. Pointiert zus.gefasst ist das eine Fehleinschätzung: Auch in der linken Szene haben Frauen die klassischen Frauenarbeiten erledigt, Stichwort „Kaffee-kochen“, die Pille hat die Männer der Verantwortung entledigt. Mit Jahrgang 58 war ich zwar ein Jahrzehnt später erwachsen, aber die Pille ohne Gummi gehörte für mich als Frau voll logisch dazu, es war allein meine Verantortung und irgendwann war ich pillenmüde, noch später durfte ich sie nicht mehr konsumieren, wegen meiner Neurologie. Das war ätzend, weil ich auch ein medizin. Verbot hatte, zu gebären und voll fruchtbar war. Thema Kind war für mich damals nicht passe, eine Unterbindung meinerseits medizin. zu risikoreich, siehe Narkosefehler. Wie oft, hatte ich das grosse Los gezogen. Nachehelich, als ich alleinerziehend war, hat ein Freund dann voll die Verantwortung übernommen. Als Alleinerziehende habe ich klar formuliert, was ich zu welchen Bedingungen tue bzw. lasse, vermutlich bin ich traumatisiert, was das zu frühe Sterben von Eltern betrifft, die eigenen Kinder zu Halbwaisen bzw. Ganzwaisen machen kann. Das Trauma hat sich selbst überlebt, Kinder kriegen muss ich nimmer, würde ich niemals mehr wollen, genau die gegenteilige Einstellung von damals. Menschliche Gehirne sind u. a. das Resultat biochemischer Abläufe. Früher war diese Gehirnchemie aktiv und ich wollte mich altersentsprechend vermehren und heute ebenso altersentsprechend überhaupt nicht mehr und ich habe genau ein und das gleiche Köpfchen. Das finde ich sehr spannend und genial gelöst, wie im Normalfall fast automatisch der menschliche Kopf auf die zu der Zeit anstehenden Aufgaben ausgerichtet wird wie von Zauberinnenhand.

Gestern realisierte ich plötzlich, dass wir relativ nahe der Reparaturstätte meiner Nähmaschine waren. Sponti wie immer, nehme ich Bewegungen im Vorbeigang mit, wenn ich die kleinsten Bewegungsumstände habe. Hat nicht geklappt, meine IV-Assistentin ist den gleichen Diskriminierungen unterworfen wie ich, sie hat in anderer Ausformung die gleiche Behinderung wie ich, löst das Problem sprachlich total anders. Auf Druck werde ich diffus. Sie wird glasklar, einfache Sätze und klare terminliche Abmachungen, dass auch der Diskriminierende genau weiss, wann er die mehr als überfällige Nähmaschinenreparatur abliefern muss.

Nur ist es für uns lästig und umständlich, dass wir GEDULDIG mehrfach nachhaken müssen für so einfache Dienstleistungen wie die Reparatur eines Geräts. Weil das praktisch immer so läuft, ausser wir sind als ZAHLENDE KUNDINNEN respektiert und anerkannt, ist diese soziale Behinderung der Behinderung oberlästig und manchmal haben wir menschliche Gefühle dazu, die wir als Insiderinnen ohne Umschweife teilen können, was ich sehr befreiend empfinde. In keine Aktion gehen können, fördert die Traumatisierung. Aktiv werden, verscheucht sie.

Ghettoisierung von Menschen mit Behinderung bedarf keiner Schacheldrahtzäune in der CH. Das geht voll easy, digitalisiert und ist deshalb wunderschön unsichtbar. Man schläft ohne das geringste schlechte Gewissen, gefoltert wird anderswo, in den Mainstreammedien der CH thematisiert, völlig egal.

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