Iowa das Zirkuspferd

Hab ich schon erwähnt, dass ich, stolze Besitzerin von vier Autos, keines fahren kann, weil die Fahrzeugausweise irgendwo, irgendwie rumwirbeln und noch nicht am richtigen Ort gelandet sind.

Mein Therapiereithof liegt 40 Autominuten weg von mir und filia Dei rettet mich, da ihr Auto schon russgewaschen ist. Auf fast alles verzichte ich, aber nicht auf meinen VHSplus-Reitkurs, der ist mir Lebenselexier.

Gedacht, eingefädelt, losgefahren, angekommen, Morgenturnen erledigt, was allein schon die Reise wert ist, ich teile mit einer anderen Kursteilnehmerin IOWA, was ich noch nicht weiss, ein Zirkuspferd. Wir reiten heute auf dem zum Hof gehörenden Viereck. Unsere Zirkusarena ist viereckig, wir dürfen Gegenstände aufstellen, die wir danach reiten dürfen, je nach unserer Pferde Begabungen.

Ich träumend vom Lamborghini lege mit Hilfe 6 Stangen als rechteckige Kurfe auf den Boden und um darüberzureiten, ohne dass die Hufe des Pferdes die Stange berühren und Holzklang der Reiterin Ohren misserfreut. Unsere bunte Reitarena sieht grossartig aus. Iowa darf mit mir in der ersten Gruppe antreten, was mir liegt, weil filia Dei und ich noch ein gestopftes Tageprogramm haben.

Dann übernimmt Iowa das Steuer. Die einfachste Art, ein Pferd zu reiten, ist dahin zu gucken, wohin ich gerade reiten möchte. Gewichtsverlagerung macht den Rest, Westernzügel hängen immer durch. Links- und rechtsabbiegen wird durch ausgestellte Zügel signalisiert. Ich liebe diese Reitart, die maximal auf des Pferdes Wohlbefinden Rücksicht nimmt.

Iowa mit mir auf dem Rücken betreten das Viereck im Schritt, aufwärmen ist angesagt, niemand hat Zeit mir zu sagen, wie lange Iowa dazu braucht, ich platze vor Lust, Spass zu haben. Im offenen Stall kann sich Iowa frei bewegen, soviel Aufwärmung braucht sie wohl nicht. Dann geht es los, ich versuche mich in Reithilfen, während Iowa ihre Öhrchen spitzt und zu wissen scheint, was ich möchte, bevor ich zu Ende gedacht habe.

Geschicklichkeitsübungen zuerst für meine rechte Hand, dann meine linke. Eigentlich will ich reiten und keine Physio auf des Pferdes Rücken, Richtungswechsel, Slalom, Ziel meine Holzstangen, nur vorwärts ums Eck, später gerade darüber. Die Westernbarrels umkurven, tja Iowa weiss, was ich meine, als Westernreitpferd ist sie versiert. Okay, dann baue ich Hallenwechsel a la Dressur ein, im Schritt sieht niemand, ob ich auf der richtigen oder falschen Hand reite. Als Iowa die Schulter schräg stellt im kleinen Kreis tue ich, als ob ich nichts anderes kenne, wir nehmen Tempo in der Absolvierung unseres Parcours auf. Mein Kopf wird müde, Ruhepause bei einer Runde reiten um den Bauernhof. Ich finde den Rückweg nicht, weil ich denke, dass ein Pferd genau dort, wo wir zurückkommen würden, nicht runter soll, ich habe Angst vor dem in meinen Augen unwegsamen Gelände. Ich drehe um und reite etwas zurück, eine zweite Reiterin kommt mir entgegen, sie kennt das Gelände, ich kann mich ihr hinten anschlieseen, Iowa kann alles im Schlaf.

Zweiter Auftritt in unserer Zirkusarena, nochmals big Show von Iowa, dann ist Reiterinwechsel, ich bin durch, hell begeistert von dieser einen Pferdestärke.

Also der Lamborghini kann warten. Eine Pferdestärke reicht, um meine Augen zum glänzen zu bringen, nicht zu oft in meinem Leben, ich ermüde so schnell. Gerade deshalb macht es unendlich viel Spass, die wenigen Bewegungsmöglichkeiten maximal auszunutzen.

Iowa danke!

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