Mobilität ist seelisch so wichtig

Vier Räder oder mehr habe ich nur an meinem rollstuhl gegenwärtig. Der wiederum taugt nur für Sonnenschein.

Gestern Nacht, als das Gewitter kam, blieb ich lange wach. Die Feuerwehrvorfahrt von einem grossen Audi versperrt, der aus mir unerklärlichen Gründen nicht weggetan wurde, ich hatte ihn selbst der Polizei genannt.

Das macht mir Angst. Für Angst bin ich anfällig. Nur weil es neulich gebrannt hat, heisst das noch lange nicht, dass wir jetzt einen unsichtbaren Schutz vor feuer hätten. Nachts wär wenigsten Spix schon gerettet. Die Aussicht im Rolli im fünften Stock vom Feuer erfasst zu werden, macht mir Angst. Tödliche Rauchvergiftung, ein schrecklicher Gedanke. Offenes Feuer, verglühende Hitze noch grausamer. Eigentlich wollte ich im Wiki gucken, wie heiss Feuer überhaupt werden kann,. Ich klicke nichts, ich bin zu feige, ich nähre meine Angst.

Irgendwwer aus der Nachbarschaft hat erklärt, auf welchen Platz er bei Feuer gehen müsse. Die Menschen sind aufgewühlt, verunsichert, kriegen ihre Autos langsamer zurück, wenn sie schon fertig sind, werden sie nicht zurückgegeben, weil die Autoflut angeblich keine Parkplätze hat. Wären wir CEOs, hätten wit längst auf naheliegenden Feldern Parkplätze zugewiesen bekommen.

Die Kleinen haben zu Recht Angst, von der Polizei Parkbussen einkassieren zu müssen.

Ich habe Isohaft, milder. Ich konnte immer schubweise jahrelang meine Exwohnungen nicht verlassen, Gehunfähigkeit. Hätte sich jemand für die Gehdistanz meiner Hobbies interessiert, wäre aufgefallen, dass Pfarrhausgärten, die ich gern pflegte, rund ums Pfarrhaus liegen.

Mit meinen kleinen Babies bin ich fast nie spazieren gegangen. Das konnte ich schon damals nicht, ich konnte es in Wirklichkeit nie. Was habe ich mich geschämt, Schuldgefühle entwickelt, mich miserabel gefühlt, weil dieses Gutzeichen in meinem Lebensreinheft fehlte.

Es wäre eins, Bewegungen in einem wertneutralen Raum nicht zu können. Da mir stete gesellschaftliche Verachtung gewiss war, schwieg ich, kämpfte, so gut es gibng und werde kritisiert und verachtet, von denen, die mir hätten helfen sollen.

Gerne war ich Pfarrerin, weil geschätzt und geachtet, das Theologiestudium zu beenden, gilt überall sonst auf der Welt als beachtenswerte Leistung, als ich das endlich begriff, sonnte ich mich in diesem meinem Geheimwissen.

Heute Regen, ruhig bleiben, sich am Riemen reissen, Schmerzen beobachten, wenn der seelische Schmerz zu gross wird, schnappe ich mir mein umgebautes Trotti, keine Macht der Welt, kann mich jetzt noch dazu zwingen, unnötig zu leiden.

Sämtliche Fachanweisungen gegen meine angeblichen Depressionen waren Kontraindikationen zu meinen tatsächlichen Erschöpfungszuständen.

Nie mehr.

Nie mehr.

Nie mehr.

Gerade scheine ich meine „schwarze“ Phase zu haben, auch die Farbe der Kerzen, die ich momentan giesse, ist schwarz. Bewusst setze ich sehr viel Kreativität gegen meine zu erduldenden Alltag. Was ich nicht ändern kann, von dem ziehe ich möglichst rasch meine Energieen ab, aber ich verziere meine Fenster mit fröhlich bunten Windows Colour und die Gesamtheit der bereits gegossenen Kerzen ist bunt.

Oskar hat den Vogel abgeschossen, als er mir kleine, selbst gegossene Kerzen zuerst entgegennahm, um sie dann im Skoda liegen zu lassen. Durch Kerzengiessen, arbeite ich diesen Megafrust ab. Ich muss nicht bei Menschen bleiben, die mich weder mögen, noch verstehen. Ich kann mir Mitmenschen suchen, die mich so, wie ich bin, gern haben. Oskar gehört definitiv nicht dazu: Wie bei den Kerzen hat er zu viele Kapitalböcke geschossen. Nochmals, wenn er KEINE SAtrafanzeige am Hals hat, ist das überhaupt nicht sein Verdienst. Ich habe ihn geschützt. Hätte er nur den kleinsten Funken von Verstand, hätte ihm das auffallen müssen. Ist es aber nicht.

Gestern habe ich mich vor einer Eminenz verbeugt. Oskar habe ich untergeordnet und zwar sowas von! Total legel, keine Straftat! Jedem genau der Platz, der ihm bzw. ihr gebührt.


Kleiner Machtexkurs: Wer keine Macht hat, ist nicht per se ein besserer Mensch, weil er keine Macht hat, ist sein Wirkungskreius vergleichsweise gering.

Wer Macht hat, kann sich für die Werte, denen er nachlaufen will, frei bzw. gegen Widerstand entscheiden. Ws liegt in der Natur der Dinge, dass es immer gute und schlechte Herscher und ihre Frauen, oft zuständig für die guten Werke gegeben hat. Gut, schlecht, wer weiss es denn? Dazu gäbe es viele Weisheitsgeschichten, besonders lieblich: Aus Stroh Gold spinnen: Das ist mein Leben: Aus Wertlosigkeit, Kleinode Gottes zu kreieren. Ein Lächeln auf dem Gesicht eines Menschen irgendeines Alters, wiegt mir Gold!

Oskar hat sich danach noch ganz gross inszeniert. Diese Inszenierung habe ich sowas von blitzschnell beendet. Es gibt Probleme und das nicht zu knapp. Wer mir gegenüber keine Straftat begangen hat, der gehört definitiv nicht dazu. Wenn er sich wie Oskar inszeniert, weiss ich, wo er steht, was sein Problem ist und ich NICHT zu meinem hochstilisieren lasse.

Wenn die Weihnachtszeit kommt, werden sicher Menschen kommen, die an meinen Kerzen Freude haben , sie selbst brauchen wollen oder verschenken.

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