Rechtsstaat? – Schnell vergessen!

Vor wenigen Wochen, an einem Freitag, als ich, an sich sehr vernünftig, in die Ferien fuhr, um abzuschalten, hat mein Körper viel schneller abgeschaltet und fiel in den Modus „Verhungern“. Ich in Sutz auf dem Campingplatz, OHNE sedierenden Psychopharmaka, hatte ein hungriges, böses Erwachen, musste notfallmässig zurück in meine Wohnung verlegt werden, Elektrorolli. Hätte ich da, den Frieden, die Zeit und Ruhe bekommen, mir langsam das Rollifahren beizubringen, dann hätte mein Körper evtl. eine faire Chance gehabt, trotz unendlicher Bürokratie, die abzuwickeln ist in solch einem Fall. Ich wäre, das war mir bewusst, am äussersten Rand gelaufen, um dann hoffentlich langsam zu regenerieren.

Dann kam dieser irrwitzige Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, der Tiefgaragenbrand.

Tout Bern weiss das, nicht gerade tout Bern, aber einige gewichtige Exponenten müssen mit meinem Strafverfahren rechnen, in dem ich als Anklägein auftreten werde, CH-Gesetze müssen auch für mich gelten, soweit sie CH-weit gelten, sollte rein theoretisch die Bernerhausmacht zu klein sein, um sie, wie lokal gäng und gäbe zu meinen Ungunsten umzubiegen.

Hätte ich nur den Viano kaufen müssen, wäre ich vielleicht mit einem blauen Auge davon gekommen. So musste ich mir zwei neue Autooccasionen organisieren. Gestern schien das eine soweit organisiert, dass ich es am Freitagmorgen übernehmen kann. Kurze Megafreude, das letzte Adrenalintröpfchen verraucht und ich falle um, wie ein gefällter Baum. Filia Dei schaut, dass ich am Abend die erste vernünftige Nahrung des Tages bekomme, sie schaut und hilft mir sitzend duschen, damit ich ohne Russstriemen an den Beinen ins Bett kann, ich schlottere nur noch, nach dem Essen kann sich mein Körper um nichts anderes als meinen Magen und seine Funktionen kümmern, null Restenergie. Heizdecke, mitten im Sommer, einige Worte, ich denke noch etwas TV auf dem Läppi zu gucken, frau irrt sich gewaltig, legt den Läppi weg und der Erschöpfungsschlaf überrollt mich.

Wenn ich auf die Uhr gucke, dann war ich die vorletzte Nacht um 1 Uhr wach, gestern um die 2 Uhr, heute muss es kurz nach drei gewesen sein, ich mache nachts Fortschritte, gestern waren die Nachmittagsschlafstunden perdu, was der immensen Erschöpfung zuzuschreiben ist. Ich habe insofern schwein, dass ich KEINE Burnoutsymptome habe, keine Möglichkeit von irgendwem mich mit irgendeiner Falschdiagnose in irgendeiner Psychiatrie zu verlochen. – Ein Isrrwitz, was mein Körper und meine Intelligenz, meine Selbstreflexion und meine Selbstbeherrschung alles leisten sollen.

Klar habe ich Stunden der elementaren Verzweiflung. In kleinem Kreis, im Verborgenen äussere ich das. Weil das Leben mit Behinderungen in der CH sowieso elementar Angst besetzt ist, stossen mein Erfahrungen auf ähnliche Erfahrungen in anderen, von mir unabhängigen Leben. Eine Art „politische Gefangene“ Leben, nicht im Sinn von Einkerkerung, aber im Sinn des politische Verständnisses: Das Unrecht ist bekannt, die eigene Machtlosigkeit auch, der Überlebenswille, mehr schlecht als recht zu leben, Glücksmomente, die bewusst und gezielt herbeigeführt werden, die eigene Reszilienz wird dauernd genährt und gefüttert, man hat manche, die der Leistungsanforderung nicht gewachsen waren, untergehen sehen und wenn es ein plötzlicher Herzstillstand war, weil die überdimensionierte Lebenslast, die zu schleppen war, den Körper zu Tode brachte.

Staatlich verordnete passive Sterbehilfe, immer im Modus Pontius Pilatus, keiner, nicht einer macht sich die Finger schmutzig, nicht einmal die SVP, die mit ihren populistischen Parolen, diese Negativspirale immer schneller und schneller zum Laufen bringt. Schon bald kann ich meine Mitgliedschaft bei Exit aufgeben, die politische Grosswetterlage leistet meinen Exit selbst, allerdings ohne bei mir vorher nachzufragen, ob ich schon lebenssatt sei.

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