Kein Auto mehr

Es gibt einen Minimalstandart, unter dem kann ich auch nicht. Die Tiefgarage unter meinem Block hat vor Stunden gebrannt, der Lärm der Feuerwehr weckte mich auf und naiv, wie ich bin, dachte, ich es habe einen Wasserschaden gegeben, den ich beim blauen Haus annahm, dem Museum der Freimaurer, dort sah ich die Feuerwehautos, die Hauptzahl derselben ist von meiner Wohnung aus nicht zu sichten.

Frau irrt sich gewaltig, ich schlief über dem Brandherd, wo insbesondere die Autos von uns Menschen mit Behinderungen stehen, alles in der Regel von der IV umgebaute Einzelanpassungen.

Zu FussgängerInnen mutieren wir deswegen nicht, schliesslich sind unsere Rollis nicht betroffen, soweit sie nicht in der Wohnung selbst gebraucht werden, schlafen sie über Nacht davor.

Ich bin für Freigutscheine fürs Betax, bis vor wenigen Tagen hatte ich zwei Autos und jetzt Null. Irgendwann wird irgendeine Versicherung bezahlen, was mich schon heute plagt: Eine Fussgängerin hat ein Fiat500 Cabriolet, eine Rollifahrerin auch? Ich ersticke bei dem Gedanken, nur ein Auto zu haben zukünftig, keine Lebensfreude, nur Vernunft und Bescheidenheit.

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Oskar ist wie immer genial: Ich MUSS nicht den handgeschalteten Skoda fahren, ich kann mir in einer höflichen, freundlichen Garage einen Automaten ausleihen, es gibt sogar Elektrorollitaugliche Mietautos, die für Ferien etc. ausgeliehen werden. Statt ein Mobilitätsrückschritt wäre das eine Verbesserung. – Mein linkes Bein, schon wieder total überlastet, den Nerv für Joystick habe ich gerade nicht(!), schmerzt wie blöd. Andere Leuten hätten für ihre Bobos und Wehwehchens Zeit. Unsereins versucht seinen Alltag auf die Reihe zu bringen, ohne zu hungern, wenn es denn gerade so knapp geht.


Vorläufig endet es wie immer, ich schleppe alle Ware inklusive Trotti nach unten auf die Wiese, wenigstens wird der Skoda gebracht, die Polizei hat Navi, Garageschlüssel, Behindertenparkplatzausweis und die Wechselschilder aus dem Fiat gebracht. Während ich die Wechselschilder unter Schmerzen schrubbe, hat meine demente Mutter stilvoll im teuersten Altersheim gegessen oder nicht und ich habe dafür KEINEN HUMOR. Ich arbeite mich noch immer dumm und dämlich und die andern versuchen mich noch immer dumm zu verkaufen.

Merke: Meine Behinderung fasst meine Familie auf als Freifahrtschein, mich körperlich und psychisch zu verheizen. Got tund ich finden das so überflüssig wie ein Kropf. – Meine Rechnungsstellung ist um ein Auto, das an meinen Elektrorollstuhl angepasst werden muss höher.

Ein Schwager lässt in Münsingen ein Autohaus bauen, so gross ist seine Autosammlung.

Ich hatte meinen Skoda ausgelagert, deshalb ist er heil geblieben: Der auferstandene Skoda, schon fast christusähnlich! (Spott, spott, spott….)

Merke, das Mass ist NIE voll.

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