Weniger Schlaf bei Totalerschöpfung

Aus irgendwelchen, vermutlich medizinisch logischen Gründen, schlafe ich nur bis 3 Uhr morgens, wenn ich total erschöpft bin. Gestern Abend war es wieder soweit: Nach 20 Uhr sehnte ich mich nach meinem Bett, ging mit dem Läppi liegen und schlief sofort ein, war unruhig, weil ich Angst um meinen WoWa in Sutz habe. Mich ängstigt, wenn ich weiss, dass ich was körperlich nicht klar kriege, auf Hilfe angewiesen bin.

Filia Dei hat soviel um die Ohren. Viel lieber würde ich ihr helfen wollen, als sie um Hilfe bitten zu müssen. Am anderen Ende der CH ist ihr Papa gestorben. Vermutlich geht sie den Weg alleine, sie ist es so gewohnt. Ich habe meine Hilfe angeboten, kann ab heute 13.30 Uhr selbständig durch die CH rollen. Nur, ob filia Dei überhaupt ernsthaft in Erwägung zieht, sich helfen zu lassen, wenn Hilfe IHR nützen würde? Menschen, die stets andern helfen, kommen nicht im entferntesten auf die Idee, dass sie auch Bedürfnisse hätten.

Mit der Einstellung „Haltung bewahren“ habe ich 6 Jahrzehnte lang zu viel weggesteckt. Wenn es mir schon dreckig ging, dann sollten sich die Gegenmenschen nicht der Schadenfreude über mich erfreuen können. Offenbar habe ich das in frühster Kindheit erlebt, dass ich wegen meiner Behinderung ausgelacht wurde.

Für mich schwierig zu ertragen, mein eigenes Stockholmsyndrom: Ich habe mich mit den TäterInnen gegen mich selbst solidarisiert, mich über mich erhoben, mich kritisiert und gelernt mich zu verachten.

Die Traumatherapie dröselt alles ziemlich schnell auf. Wie verarbeite ich Trauma um Trauma und was alles kommt an den Tag? Am Anfang waren es sozial akzeptable Themen. Jetzt wird es schmerzhafter. Meine Fehleinstellungen mir gegenüber kommen ans Licht.

Auf dem Campingplatz habe ich am Freitag gehungert und den Hunger weggequalmt. Erst als mir filia Dei am Sonntag half, konnte ich danach um Hilfe bitten und das hat gut geklappt.

In meiner Kindheit wurde ich dazu gezwungen in der Öffentlichkeit nur schöne Bewegungen zu präsentieren, die ich mit links – wörtlich gemeint – beherrsche. Ein schrecklicher Fehler zu meinen Ungunsten: Wenn man nichts sehen kann, wie könnte man darauf kommen, dass ich mangels Bewegungen hungern muss, in der CH im Jahr 2019?

Etwas vom Letzten, was ich im Camping gemacht habe, war im Bielersee zu baden. Erstmalig habe ich am Strand versucht, mein Badetshirt und die nasse Hose zu wechseln zu Gunsten trockener Kleidung. Früh wie ich dran war, habe ich eine ältere Frau gebeten, mir zu helfen am nassen, klebenden T-Shirt zu ziehen. Geht locker, meine Bewegungen sind so schlecht, dass sie gerne geholfen hat. Die nasse Badehose habe ich sitzend abgestreift und die Trockene ebenso angemurkst, die rollte sich ständig auf, ich musste manchen Versuch starten, sie überzustreifen. Meinen Bademantel habe ich flott in das Körbchen des Trottinetts geworfen und bin normal gekleidet zurückgefahren. Also fast normal gekleidet, die Schwimmbrille hatte ich noch auf der Nase und erst beim WoWa kam mir in den Sinn, sie zu Gunsten meiner Normalbrille zu wechseln. Feierliche Ankündigung: Irgendwann, wenn ich meine neuschlechten Bewegungen etwas beherrsche, werde ich mich am Strand abduschen, wie alle andern es auch tun. Der Dolendeckel als Wasserabfluss ist enorm glitschig. Ich werde meine Badeschlappen besser angezogen haben, um nicht auszurutschen.

Mit etwas Zeit und Übung werde ich das schaffen. Dann bekommt mein „Heldenbuch“ einen süssen Sticker für meine gelungene Helden(!)tat.

Bewegungen sind Heldentaten. Wie oft habe ich mit meiner Hausärztin darüber gesprochen, dass ich auf meinem Bewegungsniveau die gleiche Spitzenleistung anbiete wie Roger Federer auf seinem? Sie hat das immer verständnisvoll abgenickt, mir nie geholfen, dafür Psychopharmaka gefuttert. Bei einem Produkt habe ich ihr sofort gesagt, dass ich das schon genommen hätte, es NICHTS nütze. Hat sie keine Bohne interessiert. Das Psychopharmaka wurde mir vrsschrieben, hochdosiert, 1 1/2 Jahre lang, hat meine Ataxie und Spastizität erhöht, gehofen hat es NULL und Nichts, die unerwünschten Wirkungen waren katastrophal.

DIESE SCHULD MUSS DIE GESAMTE INVOLVIERTE ÄRZTESCHAFT TRAGEN. ICH WAR OFFEN UND EHRLICH, ICH HABE MEINE SYMPTOME GENAU BESCHRIEBEN UND SIE WAREN UNFÄHIG DAS LOGISCHSTE ZU DIAGNOSTIZIEREN. AUFGRUND MEINER CP BIN ICH KÖRPERLICH TOTAL ÜBERLASTET. JEDER WUSSTE DASS ICH AUF MEINE BEINE GEFOLTERT WURDE.

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