Vorteile eines Lebens im Rollstuhl

Auch wenn ich sehr vieles spontan auf die Reihe kriege, dieses „was wäre, wenn…“ kann ich noch nicht weglegen. Ich überlege mir, wie mein Leben ohne IV-Folterphysiotherapie ausgesehen hätte. Z.B. Christie Brown hatte dieses Glück, Jahrzehnte vor mir in England in arme Verhältnisse geboren, Kind einer guten Mutter, die ganz viele Kinder um die Ohren hatte. Beliebig viele Geschwister, die ihn mitnahmen in einem Kinderwagen, ihn in das Kinderleben, soweit es ging einbezogen.

Stattdessen hatte ich Physio = Folter, eine um zwei Jahre ältere Schwester, die mich abschlug, bis ich endlich 14 jährig sie an Körpermasse übertraf und sie mit dem Schlagen und Raufen aus Eigennutz aufhörte. Ich ging danach nie auf sie los, nur weil ich nun endlich Siegerin geworden wäre. Noch heute ist sie um keinen Deut reifer geworden in der Beziehung, sie kennt nur Konkurrenzkampf, der die vermeintliche Gegnerin besiegt, heute geht es um mein gesamtes Erbe, insbesondere die sehr guten Liegenschaften, die wie Schloss Burgistein nur meinen Schwestern gehören sollen, zumindest nach deren Ansicht. Mein Vater hat es anders aufgeschrieben in seinem Testament: Wir drei Kinder sind gleich behandelt, keines wurde über den Tisch gezogen. Genau DAS Erbe werde ich antreten und KEIN anderes.

Um meinen Anteil Schloss Burgistein haben sie, der amtierende Stapi von Bern, meine 6 Jahre jüngere Schwester, ein verwöhntes Ding u.a. gebracht. Das habe ich bis heute nicht ablegen können, diesen Schmerz, dieses Gemäuer nicht mehr betreten zu können, in dem ich mich meinem 89 verstorbenen Vater so nahe fühle. Um den Besitz geht es mir nicht, den braucht der Stapi zum bluffen, Velofahrer, der er nun einmal ist. Vor den Menschen ein Wichtigtuer und bitte nicht, niemals hinter die Fassade gucken. Ich weiss aus erster Hand, wie er die sog. Kleinen Leute als Amtsinhaber traktiert und offensichtlich denkt, er wirke so imposanter. Pech gehabt, Stapi, du bist mehr als durchschaut.

Als kindliche Rollifahrerin wäre mir die Heiraterei erspart geblieben, zwei Ehemänner, die mich je auf ihre eigene Art ausgenutzt haben. Ich hätte keine Kinder gebären müssen, ein unglaublicher Stress, unbewältigbar für meinen defekten Körper, trotzdem habe ich es für meine Fähigkeiten hervorragend gemacht, was beide Kinder bis heute NICHT einsehen wollen. Auch sie haben nur gefordert.

Ich hätte Theologie studiert, vielleicht eine Dissertation geschrieben. Ich wäre eine rollenden Pfarrerin geworden, warum nicht Spitalseelsorge, die hätte sich bestens geeignet und ich wäre heute noch im Amt.

Dieses ganze Päckchen liegt mir schwer auf, loslassen kann ich es noch nicht, Gott wird mir seine Gnade dafür geben, sobald seine Zeit dafür reif ist. Sein Wille geschieht, nicht meiner! – Ich hoffe es ist bald soweit.

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