Schlaflosigkeit Selbstversuch!

Schon die zweite Nacht diese Woche konnte ich keine Sekunde schlafen. Deshalb wollte ich unbedingt am Nachmittag schlafen können.

Ich habe mir mit CBD und Alkohol die Kante gegeben. Mir wurde schlecht, das Mittagessen kam retour und ich konnte nicht alles in den Kotzkübel erbrechen. Ich und das Bett waren voll.

Ich schleppte mich unter die Dusche, die Pflege machte das Bett neu.

Nach diesem Vorfall habe ich herrlich geschclafen, den ganzen Nachmittag.

Fazit: Alkohol und CBD NIE mischen. Eins allein sollte reichen. Insbesondere CBD ist gut für mich gegen meine Spastizität.

Nicht weinen können

Könnte ich weinen, hätte ich heute mehrfach weinen können. Kann ich aber nicht, wurde mir als Kleinkind abgewöhnt, als ich mit schmerzhafter Physio täglich von meiner überperfekten Mutter gefoltert wurde. Mit 10 Jahren habe ich bewusst reflektiert, dass ich nicht mehr weinen kann, heute bin ich 63 Jahre alt.

Auf meiner Wohngruppe sind wir zu zweit mit einer Cerebralen Parese. Mein Gspänli hat vielleicht nicht den höchsten IQ, dafür den höchsten EQ. Darüber hätte ich heute weinen wollen.

Selbst in der besten Pflege wird ihm Nahrung vorenthalten, wo er als CP vermehrten Nahrungsbedarf hat, gertenschlank und mit seinen 21 Jahren noch extrem jung und hungrig ist.

Des weiteren haben wir uns heute Abend über unsere Pflegenden unterhalten. Das sind alles auch nur Menschen mit Vor- und Nachteilen. Mir kam die Idee eine CP spezifische Weiterbildung anzubieten, schliesslich sind wir nicht CP Erklärbären. Mal gucken, ob der Frienisberg sich dafür begeistern lässt, gratis mache ich das nicht sondern zu akademischen Honorar, 250 SFr. für jeden von uns.

Ausbildung ist das A und O. Wenn ich mit einem 40 Minütigen Vortrag 12 bis 20 Pflegende auf einen Streich ausbilde, ist das effizient. Alles andere ist Hamsterrad und GRATIS, was mich schon lange nervt.

Bedürfnisse terminieren, nicht wiederholen

Ohne Depression kommen alle meine Bedürfnisse flutartig an die Oberfläche. Leider habe ich mir nicht aufgeschrieben, was ich wem gesagt habe, noch eine Liste erstellt, was unter das Stichwort „erledigt“ fällt.

Bsp. Mein Labtop ist alt, es eilt nicht, aber er gehört ersetzt. WordPress ist so komplex geworden, das irgendwer, nicht ich, meine beiden Blogs durchkämmen müsste. Ich dachte, ich kenne keinen PC-Laden, dabei kenne ich ein Geschäft in Belp. Diese Distanz ist für mich per Auto erreichbar.

  • Geburtstag nachfeiern mit einem Fondue Chinoise. Anliegen deponiert.
  • Autos umorganisieren und Reparaturaufträge erledigen lassen.
  • Erledigt: Auftrag die Möbellager zusammenzuführen.
  • Erledigt: Kontakt zu Banken.
  • E-Mail an Trompetenlehrer.
  • Neue Finken gekauft, sie werden erhöht und mir per Post zugesandt.
  • Ein Restaurant organisiert, wo ich auswärtiges Essen bekomme.
  • Vollmachten organisiert und unterschrieben.
  • Gehtraining begonnen.
  • Katze gestreichelt, purer Zufall.
  • Trinkbecher mit Deckel organisiert.
  • Lieblingsgetränk eingekauft.
  • Entspannungscd machen lassen.
  • Hilfe beim Kauf von PC Spielen
  • Ein Angestellter für meine PC-Probleme

Ich bin sehr effizient, wenn ich nach meiner Art meine Pendenzenliste abarbeiten kann. 🙂

Schnellzugstempo

In schnellem Tempo bringe ich meine Lebensumstände auf Vordermann. Was mir in den Sinn kommt bzw. ich sehe, wird sofort erledigt.

  • Die Administration ist mit einem Notar aufgegleist. Gelegentlich kommt ein Anwalt zum Einsatz, insbesondere als Vorbereitung einer Zwangseinweisung ins PZM. Wenn ÄrztInnen nicht Medizin können wollen muss ein Anwalt meine Parteisicht vertreten. – So gut aufgestellt war ich noch nie.
  • Bei den täglichen Aktivitäten sage ich nun, was mirschwerfällt und bekomme umgehend Hilfe. Echt mein Leben wird besser.
  • Ich habe mir eben frische Blumen für mein Zimmer geholt. So ins Detail geht mein Komfort.

Leider habe ich Schwierigkeiten einzuschlafen. Da habe ich bestimmt, dass ich drei Wochen meine Methoden ausprobieren will. Es braucht alles seine Zeit!

Nicht zu unterschätzen ist das Kippen des körperlichen Stoffwechsels. Das ist anstrengend, sehr, sehr kräftezehrend.

Neu ist…

…, dass ich ohne freiwillige Beistandschaft lebe. Es ging einfach nicht, sämtliche meiner Bedürfnisse wurden nicht umgesetzt. Meine Fragen punkto Buchhaltung und Lebensqualität wurden nicht beantwortet. Ich habe dutzende Mails verfasst, die ohne Antwort blieben. Ich habe Ideen gewälzt, wie ich möglichst depressionsfrei mein Leben geschickt aufgleisen könnte, Resonanz Null.

Ganz einfach, Mann musste nur warten, bis ich in der nächsten Depression war, dann habe ich keine Bedürfnisse mehr, bin antriebslos. So kam es mir vor. Dazu dieser vom Zaun gebrochene Streit, ob ich fahrtüchtig sei oder nicht. Der hat mir mein Leben vermiest und ein freiwilliger Beistand hat keine Kompetenz über Fahrtüchtigkeit zu entscheiden. Zudem hat mich das PZM nach dem frühst möglichen Termin entlassen, auch von der Seite keine Einschränkungen, wo das PZM den Ruf hat, Fahrausweise abzuerkennen, ob zu Recht oder Unrecht, beides ist in meiner Wahrnehmung möglich.

Natürlich ist der Ausbruch aus diesem Käfig angstbesetzt. Meine Betreuung hier, im begleitenden Wohnen hat eine Kanzlei ausfindig gemacht, die sich um meine Steuern kümmert. Damit ist ein grosser Brocken erledigt. Der ehemalige, freiwillige Beistand muss nun dieser Kanzelei die Akten zur Verfügung stellen, seine Geschichten über mich stossen auf kein Interesse.

Ich werde noch weitere Hilfe benötigen, kann die mir einkaufen, ohne meine Selbstbestimmung aufgeben zu müssen. Meine direkte Bezugsperson ist sehr erfinderisch, was Hilfspersonal anbelangt, sie weiss Menschen vorzuschlagen, die zuverlässig und kompetent sind. Das brauche ich, um meine Not zu wenden, genau solche Personen sind not-wendig für mich.


Was mir aufällt an unserem Rechtssystem ist, dass es systematisch Menschen schützt, die Fehler machen bzw. Unrecht tun:

Keine Namen in der Öffentlichkeit.

Nur umschreiben, was bedrückt, möglichst harmlos.

Recht bekomme ich nie. Das Unrecht grassiert ungehindert in meinen Augen. Nicht einmal einen Schuss vor den Bug ist machbar. Bsp.: Im PZM musste ich am Boden rumkriechen, weil ich nicht gehen konnte. Daraus einen Straffall machen, ist in der CH unmöglich. Das ist für die betroffene Person bedauerlich, die Ärzteschaft schaut diese Kriecherei als Psychose an, wie auch den CP-Schub.

Was sich der freiwillige Beistand geleistet hat, Arbeitsverweigerung, Bevormundung, schlecht über mich reden, ist zwar bedauerlich, aber nicht zu korrigieren. Seine unerledigte Arbeit, die teilweise 1 1/2 Jahre alt ist, muss ich gegen Bezahlung neu aufgleisen und hoffentlich diesmal erledigen lassen.

Ende der Depression, einmal mehr

Einmal mehr befinde ich mich seit wenigen Tagen nicht mehr im Zustand der Depression. Alles gut? Überhaupt nicht. Aufwachen aus der Depression ist entsetzlich anstrengend. Alles was liegen geblieben ist, kommt mir in den Sinn und mein Kopf ist schwerst zu bändigen, dass er nicht überdreht, was mir von schlecht informierter Ärzteschaft als Manie ausgelegt wird und dann drohen mir Wochen im PZM. Das stiehlt mir wertvolle Zeit, in der es mir an sich gut geht, ich LEBENSQUALITÄT geniessen könnte. Es ist nur kontraproduktiv und in meinen Augen sadistisch, weil ich das letzte Mal im PZM einen medikamentös verabreichten Filmriss hatte, der TAGE gedauert haben muss, nebst den 6 Wochen, die mir gestohlen wurden und dem nachfolgenden Kampf, ob ich Auto fahren dürfe oder nicht.

Nach drei Monaten landete ich in der nächsten Depression. Also hatte ich ca 14 Tage depressionsfrei und durfte Auto fahren von drei Monaten, die mir zur Lebensfreude gehört hätten. Wenn ich sowas nicht sadistische Interventionen nennen darf, wenn das Verleumdung wäre, dann verstehe ich diese Welt nicht mehr. Sämtliche Protagonisten dieser Übergriffigkeiten mir gegenüber sind aus meinem Leben entfernt worden. Ich hoffe sehr, dass meine Situation nun „am-Schärme-wohnen“ heissen kann und darf und ich nicht enttäuscht werde.

Realiter handelt es sich bei meinem Kopf nicht um Manie sondern um Symptome meiner CP ( = Cerebralen Parese). Meine Hirnverletzung begründet, dass ich chaotisch bin, nicht ordnen kann, erschwert mich distanzieren kann von allem, was meinen Kopf überflutet. Das will die Ärzteschaft nicht hören, weil sie nicht informiert ist und niemand Neutrales neben mir steht, der mich verteidigt. Selbstverteidigung nützt da nichts, verschlimmert nur meine Position, weil ich nun zu den uneinsichtigen ManiepatientInnen gehöre, so die Ärzteschaft. Kurz ein Teufelskreis, der in falsche Medikation und ärztlich falsche Behandlung mündet.

Gestern hatte ich mich zu lange mit Buchhaltung und PC Problemen beschäftigt, war um 18 Uhr noch immer unfähig Feierabend zu machen. Eine Pflege schlug mir vor ins Restaurant zu gehen auf ein Glas Wein. Das tat ich sofort, verbrachte eine gemütliche Stunde. Mein Kopf hatte noch immer nicht abgeschaltet, ich blieb wach, konnte nicht einschlafen. Um 23 Uhr die rettenden Ideen: Essen, weil mein Magen knurrte und danach auf dem Läppi Tiefenentspannung hören zum Einschlafen. – Um an Essen zu kommen, musste ich die Nachtwache aufbieten, wir haben auf der Wohngruppe nichts frei verfügbar.

Natürlich sind Einschlafschwierigkeiten viel bequemer als manische Symptome zu deuten und mit Medikamenten totzuschlagen. Das habe ich weit über ein Jahrzehnt so mit mir machen lassen.

Heute akzeptiere ich nur meinen Psychologen als guten Fachmann, seine Methoden EMDR und PITT, aus der Traumatherapie. Traumatisiert bin ich und das nicht zu knapp.

Ringen um Distanz

Wie verschaffe ich mir Distanz, wenn mir Menschen elementar auf den Wecker gehen. Ein lebenslanges Ringen beginnt, wenn ich wie hier in der WG nicht ausweichen kann. Morgens, Mittags und Abends wird mehr oder weniger zusammen gegessen.

Logisch triggern mich Themen, die bei mir noch in traumatisiertem Zustand sind. Ich vermute, dass ich mich noch immer über Leistung definiere bzw. es könnte das Thema Überforderung sein. Wenn meine Leistung nicht reicht und von eineR MitbewohnerIn kritisiert wird, dann werde ich elementar grantig.

Dank meiner Bezugsperson lerne ich nun genauer hinzuhören. Kritik kann eine Grundmelodie einer Persönlichkeit sein. Wenn sie damit leben will, ist das ihre Kompetenz und ich muss NICHT anspringen. War mir vorher nicht so klar aufgefallen, dass sich die Angestellten da distanzieren.

Es wird noch dauern, aber irgendwann kann ich das auch, Schrittchen für Schrittchen. Die Zeiten, als alle andern die Füchse waren und ich der hoppelnde Hase sind zumindest hier bei der gegenwärtigen Situation der Angestellten vorbei. JedeR BewohnerIn bekommt soviel Platz wie irgendmöglich, um sich zu entfalten mit unterschiedlichsten Begabungen.

Eine unerwartete Erleichterung ist mir zugefallen. Wir sind nun zwei Plappermäulchen, ein junger Bewohner ist nach mir gekommen, teilweise teilt er meine Defizite. Also bin ich nicht, wie üblich, alleine. Von aussen sieht man ihm nichts an, wenn er zu sprechen beginnt, dann schon. Triage ist bei uns beiden ein Problem und von der Kreativität haben wir im Überfluss. Ordnung und Struktur sind untervertreten.

Keine Ahnung…

… wo ich meine Haupzigarettenpackung vor mir selbst versteckt habe.

Rein logisch ist es beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, in einem Zimmer eine knallrote Schachtel mit Zigaretten drin vor sich selbst zu verstecken.

Die Technik, wie ich mich zu verhalten habe, habe ich längst intus:

  • Ruhig bleiben
  • Nicht aufregen
  • Warten
  • Keinen Druck aufbauen
  • Tief ausatmen
  • Eine andere Packung rauchen
  • Suchen nie zur Hauptbeschäftigung machen. Im Vorbeigang findet sich fast alles.

Aber die Gefühle, die lassen sich nicht so leicht bändigen: Ich bin verunsichert, weil ich mir solche Mühe gab, einen logischen, leicht zu findenden Ort für meine Zigaretten auszuwählen. Im Bett liegend, habe ich sie in die oberste Schblade des Nachttischchens gelegt, so meine Erinnerung. Real: Pustekuchen, auch unter dem Bett liegt nichts. Ich bin und bleibe verunsichert.

Natürlich habe ich ein System, wo meine jeweiligen Sachen sind, aber zu oft gibt es Ausnahmen, das Wetter ist anders, die Kleidung wechselt, die Strickarbeit, etwas fällt runter und ich realisiere es nicht.

Da ist es ein Leichtes mich von aussen zusätzlich zu verunsichern, weil ich es schon selbst bin. Ein Scheunentor ist weit offen und ich schaffe es nicht, das zu schliessen: Keiner ist perfekt.